Rasur in milchlichtiger Zeit

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1. nov.-7

Als Novembermensch schätze ich die Elegie  des Herbstes mit seiner Vergänglichkeit in Gold und Milch. Die Natur zieht sich zurück und ich folge ihr ein Stück.

Ereignislosigkeit  lässt mich regenerieren. Ein süßes Dessert beim 5 Sternekoch bringt mich in einer Nacht beinahe um. Seitdem

umfahre ich das Haus großräumig, meide Bananen und entdecke meine Liebe zu Zwieback und Kamillentee. Die Hunderunden finden in näherer Umgebung statt…

1. nov.-15

Am Feiertag erwische ich die Bauern bei ihrer Arbeit im letzten Mais. Eine faszinierende, äußerst scharfe Rasur.

Der Jäger lauert davor und rechnet mit Schwarzkitteln, die wohl Bescheid wussten und sich rechtzeitig verdrückt haben.  Vier Füchse und über zwanzig wohlgenährte Rehe suchen ihr Heil in panischer Flucht über den Acker. Ein Schuss in die Luft.

Das Wild sei ihm zu schnell, meint der Waidmann. In Panik auf der Flucht erschossen, würde es nicht schmecken. Vielleicht hat er aber in meiner Gegenwart einfach Hemmungen. Mir fehlt der Abschuss nicht. Assistentin Lana ist doch ein wenig aufgeregt wegen des zahlreich flüchtenden Getiers und ich muss mich mit einer Knipse mit kurzem Glas begnügen.

1. nov.-6

Wir reden noch ein wenig über die Jagd, die Stadtmenschen, die sich mit ihren Hunden im Revier ausbreiten, über den Milchbauern im Ort, der  nun Weizen anbauen wird, in dem kein Wild Deckung sucht, über Katzen, die träge ihre Zeit lieber am warmen Ofen verbringen und ihr Jagen einstellen.

ernte-18