Gipsraum.Kopfunter

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kanu1a

…oder Hals über Kopf. Das Leben auf den Kopf stellen. Wo steht es denn sonst? Auf den Füßen, in den trainierten Beinen, dazwischen, auf den Schultern, auf tragenden Händen…
Manchmal hängt es am Faden, am schönen seidenen. Ein schimmernder Glanz vorm Reissen überstrahlt die Furcht vorm Nichts.
Sport mit Risiko und seinen Folgen war Tagungsthema am Samstag. Es soll uns in die Wiege gelegt sein, ob wir viel Risiko lieben werden, um überhaupt ein gewisses Maß an Zufriedenheit und Glück erleben zu können, welches Andere bei einer schlichten Partie Schach,
beim Holzhacken oder Staubsaugen

holzhacker

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oder Sinken mit dem Buch in den Ohrensessel gleichermaßen ereilt.
Es gibt Menschen, deren Endorphine kommen ohne extravagante Stimulation überhaupt nicht in Bewegung, um emotionale Gipfellagen zu erlauben. Sie sind „Sensation Seeker“. Zu 70 % sei es deren Anlage, 30 % Umwelteinflüsse.
Sie sind zielstrebig, sportlich ambitioniert, talentiert, diszipliniert, konsequent und mit körperlichen Voraussetzungen ausgestattet, die sie zu besonderen Leistungen befähigen.
Man findet sie auf und unter dem Wasser, in der Luft, am Berg, auf dem Rad, auf Rollen, barfuß und in Turnschuhen, hinterm Lenkrad, in Spezialkleidung und nackter Haut. Der alles übeflutende Rausch überwältigt die Synapsen nach dem Gelingen und erfüllt jede Faser des ausgebeuteten Leibes mit einem nicht enden wollenden Flimmern. Mehr!
So geht Sucht. Vorwiegend Junge Männer sind Sensation Seeker. Frauen finden sich bei den ganz Extremen.
Der „einfache“ Mensch staunt und schüttelt den Kopf. Wie kann man nur?
Diese Frage beschäftigt beispeilsweise Apnoetaucher wenig.
Da wird eine schöne junge Frau beschrieben, welche viele Jahre diszipliniert trainiert, um ohne Flasche möglichst lange unter Wasser zu sein; sie „wärmt“ sich in dreißig Metern Tiefe auf, um bis siebzig vorzudringen – ohne Hilfsmittel. Beim Weltrekordversuch, ich habe mir die genaue Zahl nicht gemerkt – nahe 300! Meter, geht es motorisiert ins Schwarze hinab. Die Taucherin und ihre zwei ausgerüsteteten Rettungskollegen überleben den Versuch nicht. Aus und vorbei.
Ein Extrembeispiel. Wie das von den Bodybildern, die aussehen wie Aliens, hundert Prozent(also nachweislich Jeder) vollgestopft mit Substanzen weit außerhalb eines homöopathischen Wirkungskreises, mit Silikon aufgepolstert und geschrumpften Gonaden. Jedenfalls mindestens im Profibereich.
Im Anschluss an die von den Vortragenden disziplinlos überzogenen Referate habe ich im strömenden Regen und bei heftigem Wind den Ertrinkungstod meines Handys betrauert. Ich glaube, ich gehöre zu der Mehrheit mit einem noch gesunden Willen zum Luftanhalten(=Ehrgeiz), der hin und wieder in süchtig machendem, Elchkuh gleichen Nichtstun(außer Kuchen essen) mündet.

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Gestern habe ich noch nach einer kurzen Fahrradrunde mit neuem Glas ausgestattet einer Schar junger Leute mit überschaubarer Risikofreude und beachtlichem Können bei ihrem Treiben im eiskalten Wasser des hiesigen Kanuparks zugesehen.

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Beim Betrachten des Sportes meiner Kindheit komme ich auf Ideen…